Aus: Nicht verwendete Texte
"Ich war dabei. Ich war Teil des Ganzen. Ich bin der Furz, der alles ins Rollen brachte.Aus Scham wurde Höflichkeit.
Aus Höflichkeit wurden Rituale. Aus Ritualen wurden Gesetze.
Und auf Gesetzten beruht unsere Zivilisation. Pffrrrrt.
In der Stille nach dem Geräusch. Hier entsteht Gesellschaft. Nicht bei Reden. Nicht bei Gesetzen.
Hier. Pffrrrrt.
Scham ist die unsichtbare Handbremse der Menschheit.
Und ich? Ich bin die Hupe, die sie testet. Ich bin dein sozialer Feueralarm."
Eine Produktion von: Die AZUBIS
Performance, Musik und Projektionen: Kai Fischer und Christopher Weiß
Dramaturgie: Caroline Heinemann
Gefördert durch: Die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien, den Proberaumfonds des Dachverbands freie darstellende Künste Hamburg (DfdK) sowie durch die Auftrittsförderung für Kinder - und Jugendtheater im Rahmen von KITSZ e.V.
Zusi - Eine Schnecke sucht ein Zuhause
„Es war einmal ein Kaiser, der mochte es sehr, sich schön anzuziehen. Eines Tages kam eine Betrügerin in die Stadt. Die versprach, ihm die schönsten Kleider zu nähen. Und diese wunderschönen Kleider wären – wie praktisch – für alle, die dumm oder ihres Amtes nicht wert sind, unsichtbar.“
So beginnt das bekannte Märchen von Hans Christian Andersen, an dessen Ende der Kaiser nackt vor sein Volk tritt. Bis ein Kind laut ausruft: „Er hat ja gar nichts an!“ und alle ihn auslachen. Die AZUBIS, im Bademantel und mit Krone unterm Arm, tragen diesen Klassiker ins Klassenzimmer und begeben sich mit Kind und Kaiser auf die Suche, wie es so weit kommen konnte.

Wir alle, Kinder und Erwachsene, kennen das Gefühl der Scham. Aber warum schämen wir uns? Wie fühlt es sich an, beschämt zu werden? Wären wir alle freier, wenn es keine Scham gäbe? Und wofür ist Scham vielleicht wichtig?
Auf ihrem Weg durchs Schloss entdecken Kind und Kaiser die Unterscheidung zwischen Schuld und Scham, erfahren wie unterschiedlich Jungs und Mädchen gelernt haben, sich zu schämen und lernen Schamgrenzen und Schambefreiung kennen.
Mit Anziehpuppen, Nadel, Faden und Musik sezieren Die AZUBIS das bekannte Märchen, untersuchen Ängste und Eitelkeiten der Figuren und gehen dem Gefühl der Scham gemeinsam mit den Zuschauenden auf den Grund.
